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Demenz & Alzheimer

Demenz-Test: MMST, Uhrentest und der Ablauf der Diagnose

Wer im Umfeld erste Gedächtnisprobleme bemerkt, fragt sich schnell, mit welchem Demenz-Test sich Klarheit gewinnen lässt.

Patricia Brunero24.06.20267 Min. Lesezeit

Wer im Umfeld erste Gedächtnisprobleme bemerkt, fragt sich schnell, mit welchem Demenz-Test sich Klarheit gewinnen lässt. Die Antwort ist beruhigend und ernüchternd zugleich. Es gibt bewährte Verfahren wie den MMST und den Uhrentest, doch keines davon liefert allein eine Diagnose. Ich zeige Ihnen, wie die Demenz-Diagnose Schritt für Schritt abläuft, welche kognitiven Tests dabei zum Einsatz kommen und wer die Untersuchung durchführt.

Wie wird Demenz festgestellt? Der Ablauf der Diagnose

Eine Demenz-Diagnose setzt sich aus mehreren Untersuchungen zusammen, die zusammen ein Bild ergeben. Am Anfang steht das ausführliche Arztgespräch, die Anamnese. Dabei werden Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamente erfasst. Oft sind Angehörige hier wichtige Auskunftgeber, weil Betroffene Veränderungen selbst nicht immer wahrnehmen.

Es folgt eine körperliche Untersuchung samt Blutwerten. Sie dient dazu, andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Eine Schilddrüsenstörung, ein Vitaminmangel, Nebenwirkungen von Medikamenten oder eine Depression können ähnliche Symptome auslösen und sind häufig gut behandelbar.

Erst danach kommen die kognitiven Tests ins Spiel, also Aufgaben zu Gedächtnis, Orientierung und Denkvermögen. Bei Bedarf ergänzen bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) das Bild. In spezialisierten Zentren kommt teils eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquordiagnostik) hinzu. Die Alzheimer Forschung Initiative betont, dass es keinen verlässlichen Selbsttest gibt und der Verdacht immer ärztlich abgeklärt gehört.

Welche frühen Anzeichen überhaupt zur Abklärung führen, lesen Sie ausführlich im Beitrag zu den Alzheimer-Symptomen.

Kognitive Demenz-Tests im Überblick

Die kognitiven Verfahren heißen auch psychometrische Tests. Es sind kurze Frage- und Aufgabensammlungen, die für gesunde Menschen meist leicht zu lösen sind, Menschen mit beginnender Demenz aber Mühe bereiten. Die folgende Tabelle stellt die gängigen Demenz-Tests gegenüber.

TestWas er prüftDauerBesonderheit
MMST (Mini-Mental-Status-Test)Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Sprache, Konstruktionetwa 10 bis 15 Minuteninternational verbreiteter 30-Punkte-Test
Uhrentesträumlich-konstruktives Denken, Planungwenige MinutenZeichnung eines Zifferblatts mit Uhrzeit
DemTectu. a. Wortgedächtnis und Aufmerksamkeitkurzspricht früh auf leichte Einbußen an
MoCAbreiteres Spektrum kognitiver Funktionenetwa 10 bis 15 Minutenerfasst auch leichte Störungen genauer

Wichtig zu wissen: Jeder dieser Tests ist nur ein Baustein. Häufig werden Uhrentest und MMST kombiniert, weil sie unterschiedliche Fähigkeiten abdecken. Die Alzheimer Forschung Initiative ordnet die Ergebnisse stets in die gesamte Diagnostik ein.

Der MMST: Ablauf und Auswertung

Der Mini-Mental-Status-Test ist der bekannteste kognitive Demenz-Test. Er besteht aus einfachen Aufgaben, die alltägliche Denkprozesse abbilden. Die Person soll sich drei Begriffe merken und später wiederholen, das Datum nennen, kleine Rechenaufgaben lösen, Gegenstände benennen und eine Figur nachzeichnen. Das Interview dauert etwa 10 bis 15 Minuten und wird ausschließlich von Ärztinnen, Ärzten oder geschultem Fachpersonal durchgeführt.

Für jede richtig gelöste Aufgabe gibt es einen Punkt, maximal sind 30 Punkte erreichbar. Je niedriger die Summe, desto ausgeprägter sind die Einschränkungen. Die folgende Einordnung stammt von der Alzheimer Forschung Initiative.

MMST-PunkteBedeutung
27–30unauffällige kognitive Leistung
25–26mögliche leichte kognitive Störung (MCI)
21–24Hinweise auf eine leichte Demenz
10–20Hinweise auf eine mittelschwere Demenz
unter 10Hinweise auf eine schwere Demenz

Der MMST hat klare Grenzen. Menschen mit hohem Bildungsniveau erreichen trotz beginnender Demenz mitunter die volle Punktzahl, während andere bei Sprachbarrieren oder einer Depression schlechter abschneiden, ohne erkrankt zu sein. Bei der frontotemporalen Demenz oder der Lewy-Körperchen-Demenz kann der Test sogar unauffällig bleiben. Ein auffälliges Ergebnis wird deshalb nie für sich allein gewertet.

Der Uhrentest und was die Zeichnung zeigt

Beim Uhrentest soll die Person in einen vorgegebenen Kreis die zwölf Ziffern einer Uhr eintragen und die Zeiger auf eine genannte Uhrzeit stellen. Was einfach klingt, verlangt Planung, räumliches Vorstellungsvermögen und das Umsetzen einer Anweisung. Menschen mit Demenz zeichnen Uhren häufig anders, etwa mit ungleich verteilten Ziffern oder falsch gesetzten Zeigern.

Aufschlussreich ist auch das Verhalten während der Aufgabe. Verweigert jemand das Zeichnen ganz, kann das laut Alzheimer Forschung Initiative ebenfalls ein Hinweis sein. Weil der Uhrentest keine sprachlastige Komponente hat und schnell geht, eignet er sich gut als Ergänzung zu Tests wie dem DemTect. Bei bereits gesicherter Diagnose dient er zudem der Verlaufskontrolle.

Wer stellt die Demenz-Diagnose?

Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Sie kennt die Vorgeschichte, kann andere Ursachen ausschließen und führt erste Tests durch. Bei einem begründeten Verdacht folgt die Überweisung an eine Fachpraxis für Neurologie oder Psychiatrie oder an eine Gedächtnisambulanz.

In einer Gedächtnisambulanz, auch Gedächtnissprechstunde genannt, arbeiten Fachleute, die auf die Abklärung von Gedächtnisstörungen spezialisiert sind. Sie bündeln mehrere Untersuchungen und können auch die Form der Demenz genauer bestimmen. Gerade bei jüngeren Betroffenen oder unklaren Befunden ist dieser Weg sinnvoll.

Warum eine frühe Diagnose wichtig ist

Eine frühe Abklärung lohnt sich aus mehreren Gründen. Steckt hinter den Beschwerden eine behandelbare Ursache, lässt sie sich gezielt angehen. Bestätigt sich eine Demenz, zählt jeder früh gewonnene Monat. Heilbar ist die Erkrankung bislang nicht, doch Medikamente können den Verlauf verlangsamen und Symptome lindern (Alzheimer Forschung Initiative). Seit Herbst 2025 stehen für das frühe Stadium zusätzlich Antikörper-Wirkstoffe zur Verfügung, die den geistigen Abbau dort verlangsamen können.

Eine frühe Diagnose verschafft außerdem Zeit zum Planen, solange die Person ihren Willen klar äußern kann. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung lassen sich in Ruhe regeln, ebenso die Frage nach Unterstützung im Alltag. Wie sich die Erkrankung über die Jahre verändert, beschreibt der Beitrag zum Demenz-Verlauf. Welcher Pflegegrad bei einer Demenz infrage kommt und wie die Einstufung funktioniert, lesen Sie im Beitrag zum Pflegegrad bei Demenz.

Fazit: Warum der Demenz-Test allein keine Diagnose ist

Ein einzelner Demenz-Test wie MMST oder Uhrentest ist ein Hinweisgeber, keine Diagnose. Verlässlich wird das Ergebnis erst im Zusammenspiel von Gespräch, körperlicher Untersuchung, kognitiven Tests und gegebenenfalls Bildgebung. Wer bei sich oder einem Angehörigen anhaltende Veränderungen bemerkt, sollte den Termin in der Hausarztpraxis nicht aufschieben. Je früher die Abklärung beginnt, desto größer der Handlungsspielraum für Behandlung und Planung.

Quellen

Häufige Fragen

Über mehrere Bausteine. Auf das Arztgespräch folgen eine körperliche Untersuchung mit Blutwerten, kognitive Tests und bei Bedarf bildgebende Verfahren wie CT oder MRT. Kein Verfahren liefert die Demenz-Diagnose für sich allein.
Verbreitet sind der MMST, der Uhrentest, der DemTect und der MoCA. Sie prüfen unterschiedliche kognitive Fähigkeiten und werden oft kombiniert, weil so ein vollständigeres Bild entsteht.
Der MMST hat maximal 30 Punkte, je niedriger die Summe, desto stärker die Einschränkung. Die genaue Zuordnung der Punktwerte zu leichter, mittelschwerer und schwerer Demenz finden Sie oben in der Tabelle. Bildung, Sprache und Tagesform können das Ergebnis beeinflussen.
Die Person zeichnet ein Zifferblatt mit allen zwölf Ziffern und stellt die Zeiger auf eine genannte Uhrzeit. Falsch platzierte Ziffern oder Zeiger geben Hinweise auf Einschränkungen im räumlichen Denken.
Erster Ansprechpartner ist die Hausarztpraxis. Bei Verdacht überweist sie an eine neurologische oder psychiatrische Praxis oder an eine Gedächtnisambulanz, die auf die Abklärung spezialisiert ist.
Nein. Es gibt keinen zuverlässigen Selbsttest, mit dem sich eine Demenz feststellen lässt. Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Diagnostik der richtige Weg.

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