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24-Stunden-Betreuung

Die 24-Stunden-Betreuung ermöglicht eine durchgehende Versorgung im eigenen Zuhause — eine Betreuungskraft unterstützt im Alltag, im Haushalt und bei der Grundpflege. Die Alternative zum Heim, wenn das Zuhause die erste Wahl bleibt.

24-Stunden-Betreuung

Weitere Pflegearten

24-Stunden-Betreuung zu Hause: Rundumversorgung in den eigenen vier Wänden

Die 24-Stunden-Betreuung ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause, auch wenn der Unterstützungsbedarf hoch und konstant ist. Eine Betreuungskraft lebt dabei meist im Haushalt des pflegebedürftigen Menschen und unterstützt im Alltag, im Haushalt und bei der Grundpflege. Für viele Familien ist das die Alternative zum Heim, wenn das vertraute Zuhause die erste Wahl bleiben soll. Wichtig zu wissen: Der Begriff "24-Stunden-Betreuung" ist umgangssprachlich. Eine einzelne Kraft kann rechtlich nicht rund um die Uhr arbeiten, denn auch hier gelten Arbeitszeit- und Ruhezeitregeln. Gemeint ist eine durchgehende Anwesenheit mit Bereitschaft, nicht permanente Arbeit.

Welche Modelle der 24-Stunden-Betreuung gibt es?

In Deutschland haben sich drei legale Modelle etabliert. Beim Entsendemodell ist die Betreuungskraft bei einem Dienstleister im EU-Ausland angestellt und wird nach Deutschland entsandt; die Vermittlung läuft über eine Agentur. Beim Selbstständigkeitsmodell arbeitet die Betreuungskraft als selbstständige Unternehmerin mit eigenem Gewerbe. Beim Arbeitgebermodell stellt die Familie die Betreuungskraft direkt an und wird damit selbst zum Arbeitgeber mit allen Pflichten. In allen Modellen gelten deutsches Arbeitszeitrecht, Mindestlohn und dokumentierte Arbeitszeiten. Achten Sie auf eine seriöse Vermittlung: Ein erheblicher Teil der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft wird nach Brancheneinschätzung in der Grauzone oder schwarz erbracht, was für die Familie rechtliche Risiken birgt.

Was kostet eine 24-Stunden-Betreuung und was zahlt die Pflegekasse?

Die Kosten liegen je nach Modell, Qualifikation und Sprachkenntnissen meist zwischen 2.500 und 3.500 Euro im Monat, beim Arbeitgebermodell auch darüber. Eine direkte Leistung "24-Stunden-Betreuung" gibt es in der Pflegeversicherung nicht — die Versorgung wird aus mehreren Bausteinen finanziert. Das Pflegegeld ab Pflegegrad 2 fließt in die Betreuung ein, der Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich lässt sich für Betreuungsleistungen nutzen, und auch Verhinderungs- und Kurzzeitpflege können einbezogen werden. Medizinische Behandlungspflege wie Wundversorgung oder Medikamentengabe übernimmt ein ambulanter Pflegedienst auf ärztliche Verordnung über die Krankenkasse. Eine genaue Aufstellung der kombinierbaren Leistungen finden Sie in unserem Pflege-Ratgeber.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Eine gute Vermittlungsagentur legt die vertragliche Konstruktion offen, weist Arbeitszeiten realistisch aus und benennt die Sozialversicherung der Betreuungskraft transparent. Misstrauisch sollten Sie bei Verträgen mit auffällig niedriger Stundenzahl werden, die nur Sozialabgaben sparen sollen. Klären Sie vorab, welche Aufgaben die Betreuungskraft übernimmt und welche nicht: Reine Betreuung und Grundpflege sind ihr Feld, Behandlungspflege gehört in die Hände qualifizierter Pflegekräfte. Planen Sie außerdem die Vertretung bei Urlaub, Krankheit oder im Notfall, und denken Sie an die durchgehende Nachtpräsenz, die nur mit einem Wechselmodell realistisch abzudecken ist. Ein eigenes Zimmer für die Betreuungskraft ist Voraussetzung.

Wie unterscheidet sich die 24-Stunden-Betreuung von anderen Pflegeformen?

Anders als der ambulante Pflegedienst, der zu festen Zeiten kommt, bietet die 24-Stunden-Betreuung durchgehende Präsenz. Anders als das Pflegeheim bleibt der Mensch in seiner gewohnten Umgebung. Sie eignet sich besonders für Menschen mit Demenz, die von vertrauten Räumen und einer festen Bezugsperson profitieren, sowie für Pflegebedürftige, die zwar viel Begleitung, aber keine durchgehende medizinische Versorgung brauchen. Wird hochkomplexe medizinische Pflege nötig, etwa bei Beatmung, ist die Intensivpflege der richtige Weg. Häufig wird die 24-Stunden-Betreuung mit einem ambulanten Pflegedienst kombiniert, der die behandlungspflegerischen Aufgaben übernimmt.

24-Stunden-Betreuung in Ihrer Region finden

Über meinepflege.net finden Sie Anbieter und Pflegedienste für die häusliche Rundumbetreuung in Ihrer Nähe. Gerade bei einer so engen Betreuung zählt Vertrauen — nehmen Sie sich Zeit für das Erstgespräch und vergleichen Sie mehrere Anbieter. Geben Sie Ihre Stadt oder Postleitzahl ein, um passende Angebote in Ihrer Umgebung zu vergleichen und direkt Kontakt aufzunehmen.

Ist die 24-Stunden-Betreuung steuerlich absetzbar?

Ja, ein Teil der Kosten lässt sich steuerlich geltend machen. Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie in der Steuererklärung anteilig absetzen, wodurch sich ein Teil der Betreuungskosten zurückholen lässt. Daneben kommen außergewöhnliche Belastungen in Betracht, wenn eine Pflegebedürftigkeit nachgewiesen ist. Welcher Weg im Einzelfall günstiger ist, hängt von der konkreten Vertragsgestaltung und der Höhe der Kosten ab. Wir sind keine Steuerberater — für eine verbindliche Auskunft lohnt der Gang zu einer Steuerberatung oder einem Lohnsteuerhilfeverein. Wichtig ist, alle Rechnungen und Verträge aufzubewahren, damit sich die Kosten gegenüber dem Finanzamt belegen lassen.